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... wie alles entstanden ist ...

Nach dem 2. Weltkrieg hatten die Menschen wahrhaftig andere Bedürfnisse, als die Lust Blasmusik zu machen und zu hören. Nachdem sich die wirtschaftlichen Verhältnisse aber langsam besserten, entstand doch wieder der Wunsch nach musikalischer Unterhaltung. Diese sollten böhmische Walzer, Polkas und Märsche spielen. Um 1920 gab es schon eine Blaskapelle im Dorf. Diese Gruppe war eine Unterabteilung der FFW Dietersdorf und spielte bei feierlichen Auftritten, Beerdigungen und Gedenktagen der Feuerwehrmännern um einen Gleichschritt vorzugeben. Während des Krieges verschwand die Dietersdorfer Blaskapelle allerdings spurlos.


In den sechziger Jahren wollten die Dietersdorfer wieder eine eigene Blaskapelle gründen. Das war leicht gesagt, als getan. Denn für den Aufbau einer neuen Kapelle brauchte man Musiker, Instrumente und Noten und eventuell einen Fachmann der sein musikalisches Wissen vermitteln kann.


Die Musikanten, die vor dem Krieg musiziert hatten keinen Sinn mehr für fröhliche Musik, auf Grund der sehr vielen Kriegsfolgen. So machten sich 1953 Xaver Sperl, Michl Hauer und Georg Hauer auf und suchten im Dorf junge Männer, die in einer Blaskapelle mitspielen möchten. Nachdem man viele Interessenten hatte ging man das Thema Instrumente an. So wurden längst ge- und verbrauchte Instrumente wieder zum Leben erweckt.

Anton Flöttl aus Schönsee brachte mit sehr viel Mühe und Geduld den jungen Männern das musizieren bei, wobei auch viele wieder aufhörten, da man zu wenig Ausdauer zum erlernen eines Instrumentes hatte.

Es gab in der Gruppe keine Vorbilder oder Altbläser, an die man sich halten konnte um somit vom Wissen profitieren zu können. Somit tönten auch die ersten Auftritte derart. Am Ende blieben von 20 jungen Leuten, die begonnen hatten Musik zu machen, noch 7 übrig.


Mit Max Schmid aus Eslarn, der als Ausbilder verpflichtet wurde, begann sich dann die Qualität schlagartig zu steigern. Mit ihm wurde auch erstmals Unterhaltungsmusik eingeübt. Die ersten 3 Musikstücke hießen: "Mädchen-Schmerz-Walzer", "Fredi-Gallopp" und "Brauchst du einen Mann, Luise?".

Um die noch "bescheidene" Marschierfähgikeit zu verbessern wurde im Gleichschritt mit klingendem Spiel rund 9 km marschiert. Der Weg ging über Friedrichshäng zu den Weberhäusern, danach nach Dietersdorf, Schönsee und wieder zurück nach Dietersdorf.


Bis 1977 ein Raum im Schulhaus frei wurde fanden die Proben von Haus zu Haus statt.


Der Anzug der Musiker bestand aus einer dunklen Hose, weißem Hemd und einer Schirmmütze mit einem Musikabzeichen.


1966 wurde die Blaskapelle Dietersdorf in die Grenzland-Blaskapelle Dietersdorf umbenannt.